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-drucken 17.3.2004
Die Passion Christi
 


Moviecode's Antwort zur Filmkritik


"Die Passion Jesu" - ein Film, der eigentlich nicht codiert ist, aber für viele Menschen doch mehr als verborgen bleibt.

Es stimmt - auf den ersten Blick betrachtet: dass "Die Passion Christi" "keine Gnade" kennt (DIE ZEIT),
es stimmt ebenso, dass dieser Film einen "Purismus der Grausamkeit" (FAZ) zeigt,
es stimmt möglicherweise auch, dass Passion als "Skandalfilm" (TV TODAY) in die Filmgeschichte eingehen wird. Es wird aber wahrscheinlich auch deutlicher als je zuvor, mit wie wenig Bibelverständnis viele solche Kritiker ihre Kolumnen den oftmals noch weniger sachkundigen Lesern präsentieren und ihnen damit nicht zum Verständnis verhelfen, sondern sie noch mehr verwirren.
Zu sagen, dass die Passion "keine Gnade kennt" (DIE ZEIT), ist nur eine Teilwahrheit. Bezogen auf den Umgang der Mensch mit Jesus ist es korrekt. Er hat keine Gnade erfahren, was nun mal der Quellenlage der Evangelisten auch absolut entspricht und auch in der Weltgeschichte kaum eine Parallele kennt.

Welcher Mensch wurde denn im Kontrast zu seinem beispiellos liebevollen Lebensstil so gnadenlos von seinen Feinden behandelt? (.:Jesaja 53:7:.)

Gegen welchen einzelnen Menschen haben sich so viele zivile wie militärische Personen, religiöse Gruppierungen, verschiedene Völker, sogar streng gläubige Glaubensführer vereinigt, um ihn gemeinsam so grausam zu demütigen und zu foltern? Wo gab es in der Menschheitsgeschichte einen größeren Skandal, wenn wir bedenken, dass dieser "Misshandelte" - der nach den Aussagen der Bibel - Gottes gesandter Sohn sein sollte, der in unsere Welt kam, um unsere Fehler auf sich zu nehmen? (.:Jesaja 53:5; Römer 3:23-25:.)

Wenn man es aber undifferenziert einseitig behauptet und mit Untertiteln wie "Nur Blut, Schmerzen und Hass" (DIE ZEIT) verstärken will, muss man sich als einigermaßen wahrnehmungsfähiger Zuschauer fragen können, ob die Verfasser solcher Kolumnen den Film tatsächlich selbst gesehen haben. Wenn man zumindest mittelmäßig mit den Texten der Bibel vertraut ist, werden die Zweifel an der Kompetenz der Verfasser noch gestärkt.

Was ist denn mit den vielen filmischen Einstellungen, welche in den brutalsten Szenen immer wieder den Kontrast zur liebevollen Wirksamkeit Jesu herstellen?

 
(Die Ehebrecherin erfährt von Jesus Gnade)

Was für Intentionen sollten filmische Einstellungen haben, die Jesus schon zu Beginn des Films als den zeigen, der ganz anders ist. Indem die Feinde ihn von Beginn an sehr grob behandeln, heilt er im selben Augenblick einen seiner Gegner. Was für ein Sinn soll wohl in solchen Szenen liegen?
Was für ein Sinn könnte sich in den Folterszenen und Schlussszenen bei der Kreuzigung verbergen, in denen Jesus so eindrucksvoll seinen himmlischen Vater um Vergebung für seine Feinde bittet, die ihn gerade so grausam behandeln? Ist das nicht praktisch angewandte Bergpredigt?

Moviecode hat jedoch Verständnis für gewaltkritische Aussagen. Wir erkennen in diesem Film auch ein unglaubliches Gewaltpotenzial, und es muss gründlich nachgedacht werden, wer solch einen Film sehen sollte und wer nicht.
Trotz allem müssen wir sehr pointiert sagen:

  1. Die Gewaltdarstellung liegt ziemlich nah an den Aussagen der Evangelien.
  2. Die Gewalt wird vor allem aus der Perspektive des Leidenden gezeigt, provoziert von daher nicht unbedingt Nachahmungseffekte.
  3. Wenn man keinen tieferen Sinn und größeren Zusammenhang dahinter sehen kann, können diese Szenen nicht kognitiv eingeordnet werden, und werden von daher möglicherweise als reine seelisch-sinnlose Tortur bzw. als Skandal gesehen.

Dies ist aber kein unbekannter menschlicher Schutzmechanismus. Schon zur Zeit der Urgemeinde war das Thema mit dem Kreuz Christi ein Skandal.

Der Apostel Paulus geht so weit, dass er sich in 1. Korinther 1:23 deutlich dazu bekennt, diesen "gekreuzigten" Christus zu predigen, der den Juden ein "Ärgernis" ist.

"Wir predigen Christus als gekreuzigt,
den Juden ein Ärgernis, den Heiden
eine Torheit"
(1. Korinther 1:23)

Das griechische Wort für Ärgernis lautet "skandalon". Die Urgemeinde damals musste sich ähnlich, wenn es um das Kreuz bzw. die Passionsgeschichte Jesu ging, Vorwürfe des Skandals oder der Dummheit anhören.

Für Moviecode sind solche Äußerungen in teilweise respektablen Zeitschriften und Medien eher ein Hinweis auf unzureichende Kenntnis der biblischen Sachlage, wenn es um das Thema der Passionsgeschichte und die dazugehörigen biblischen Gesamtzusammenhänge geht.

Moviecode wird niemandem aufdrängen, diesen Film zu sehen, jedoch sind einige von uns der Überzeugung, dass dieser Film, Menschen auch tief im Herzen berühren könnte, und dadurch den Wunsch auslösen könnte, diesen Christus - der das alles auf sich genommen hat um uns zu retten – persönlich kennen zu lernen. Was wir aber von Moviecde einstimmig tun wollen ist, den Konsumenten dieses Films, eine differenzierte, sachliche und kontextbezogene systemisch-biblische Sicht des Passionsgeschehens zu liefern.


     
  20.05.2012
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28.4.2006  

 


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